Optische Bauforensik - die günstige Alternative zur Schimmelpilzerkennung

Wer gerade eine Wohnung oder ein Haus gekauft hat oder dabei ist, selbst zu bauen, muss sich um unzählige Dinge Gedanken machen. Ein Punkt, der häufig zu weit unten auf der Liste steht ist Feuchtigkeit und Schimmel. Haben die Vorbesitzer immer richtig gelüftet? Gab es vielleicht mal Rohrbrüche? Ist schon während der Bauarbeiten Baufeuchte entstanden? Im schlimmsten Fall gibt es dafür eindeutige Zeichen: schwarzer Schimmel in den Ecken oder hinter Möbeln und ein muffiger Geruch im Zimmer. Doch es gibt auch Fälle, in denen Schimmel nicht gleich ersichtlich ist, wenn es sich zum Beispiel um einen unsichtbaren Befall handelt oder der sichtbare Schaden mit Wandfarbe überdeckt wurde. Auch wenn Schimmel nicht sichtbar ist, stellt er ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und gefährdet außerdem die Bausubstanz des Hauses.

Aber muss nun gleich bei jedem Verdacht die Wand aufgerissen werden? Nein. Seit 2013 zählt die bildgebende optische Bauforensik zu den Forschungsgebieten der Universität Hannover1 und ist seither immer öfter Teil einer guten Baubegleitung. Da sie im Gegensatz zu altbekannten Verfahren zur Schimmelpilzerkennung wesentlich unkomplizierter und dazu noch kostengünstiger ist, erfreut sie sich wachsender Beliebtheit bei Bauherren. Die bildgebende optische Bauforensik, oder einfach optische Bauforensik, ist ein Verfahren zur frühen bzw. leichteren Erkennung von Schimmelpilzbildung, anwendbar in fast jeder baulichen Situation, ob Rohbau oder Altbauwohnung. Sie ermöglicht, Spuren zu erkennen, die bei normalem Tageslicht nicht sichtbar sind. Dazu setzt der Bauforensiker modernste Hilfsmittel ein: xy Mit Tatortlampen und Filterbrillen kann er zunächst das Gebiet des Befalls anhand seiner Fluoreszenz genau definieren, denn nicht selten ist dies weitläufiger, als vermutet. Bei Anfertigung eines Gutachtens besteht außerdem die Möglichkeit, diese ersten optischen Eindrücke mit Kameras bildlich festzuhalten. Ist das mutmaßlich befallene Gebiet abgesteckt, kommt der so genannte Lumitester zum Einsatz. Dieser kann anhand einer Tupferprobe innerhalb weniger Minuten bestätigen, ob tatsächlich ein gesundheitsgefährdender Befall mit Schimmelpilzen oder Bakterien vorliegt. Liegt der Wert über den gesundheitlich unbedenklichen Vorgaben, ist der letzte Schritt die Aufnahme einer Probe auf einem Klebefilm oder Tupfer, der dann ins Labor geschickt wird, um die genaue Art des Schimmels zu bestimmen. Während des gesamten Verfahrens bleibt die Bausubstanz unbeschädigt.

Tatortlampen, Filterbrillen, Klebefilmproben; die Methoden, die im ersten Moment mehr nach der neusten Folge CSI klingen, hat sich die optische Bauforensik tatsächlich von der Forschung am Menschen abgeschaut - der Dermatologie. Auf diesem Gebiet weiß man schon lange: Hautstellen, die unter Beleuchtung auffällig sind, sollten näher untersucht werden1. Und diese Parallele kommt nicht von ungefähr: der Schlüssel ist Fluoreszenz. Organische Stoffe besitzen die Eigenschaft, Licht, das mit einer bestimmten Wellenlänge einstrahlt, zu absorbieren, und in einer anderen Wellenlänge wieder abzustrahlen. Dieses Phänomen kann man mit besagten Lampen und Filterbrillen als leuchtendes Farbspiel wahrnehmen, da sich die organischen Pilze oder Bakterien von den mineralischen Baustoffen, auf denen sie sich befinden, abheben1

 

Aber Achtung: nicht alles, was fluoresziert, ist automatisch Schimmel. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass sich andere organische Stoffe auf der Wand befinden, die ebenso wie Schimmelpilze fluoreszieren können. Vor allem in Räumen wie der Küche oder dem Bad geraten schonmal Spritzer von Lebensmitteln oder Hygieneartikeln an die Wände; sehr beliebt, wenn der Nachwuchs gerade Laufen lernt. Für diesen Fall ist der Bauforensiker geschult, typische Verteilungsmuster von Schimmelpilzen zu erkennen und etwa von einem Unfall mit Badewasser oder Bolognese unterscheiden zu können.xy Neben dem Einsatz in privaten Haushalten ist die optische Bauforensik auch eine hervorragende Lösung für kommunale Gebäude, wie Schulen, Krankenhäuser oder Pflegeheime, da sie zum einen wesentlich kostengünstiger ist, als bestehende alternative Verfahren, und zum anderen so unkompliziert in der Durchführung ist. Patienten können in ihren Zimmern bleiben und aufgrund der kurzen Dauer müssen Schüler nicht währen des Unterrichts gestört werden. Es entsteht kein Baulärm und Schmutz, solange der Befall lediglich festgestellt werden soll. Bauliche Maßnahmen müssen erst ergriffen werden, wenn ein Befall bestätigt wird, was ein unnötiges Aufbrechen der Bausubstanz verhindert.

 

1Rapp, Prof. Dr. Andreas O. (2018): Methoden der optischen Bauforensik für die Schimmelpilzdetektion. In: Kraus-Johnsen, Irina (Hrsg.): Schimmelpilz-Handbuch. Praxiswissen zu Schimmelpilzschäden in Gebäuden. Köln: Bundesanzeiger Verlag.

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